In manchen Jahren habe ich schon im September Weihnachtsgefühle und bin ganz im Einklang damit, dass es nach den Sommerferien schon Lebkuchen und Spekulatius gibt. In anderen Jahren hänge ich auch Mitte November gefühlt noch im September. Keine Ahnung, was da schief läuft mit der inneren Uhr und mir.
Und auch, was diese Weihnachtsgefühle eigentlich sind, ist mir nicht ganz klar. Es fühlt sich irgendwie nach Kerzen an und nach Gemütlichkeit. Es gibt auch so ein Herbstgefühl, kennt ihr das? Wie warmer Kakao, Laternenumzug und Lagerfeuer. Aber das ist eine andere Geschichte.
Dieses Jahr ist jedenfalls ein Jahr, in dem mich die Adventszeit komplett überrumpelt hat. Ich war noch mitten im Herbstgeschehen, als ganz plötzlich schon der 1. Advent vor der Tür stand. Ich überlegte kurz, das Klopfen noch einen Moment zu ignorieren. Aber die Traditionen wollen gewahrt werden: Am ersten Adventswochenende ist Weihnachtsmarkt in Steinhagen angesagt, ob´s nun regnet, schneit oder 20 Grad warm ist.
So stand ich am Freitagabend im feinen Nieselregen frierend zwischen Glühwein- und Bratwurstbuden und kam mir ziemlich fehl am Platze vor. Ich brauchte eine komplette Runde um die Kirche bis so langsam auch bei mir ankam, dass das schon alles Sinn macht mit den Keksen und gebrannten Mandeln. Als dann noch Weihnachtslieder auf der Bühne angestimmt wurden, war ich schon fast überzeugt.
Der richtige „Es wird Weihnachten“-Moment kam aber erst, als wir danach bei Mutti beim Tee saßen, am großen Esstisch mit der Eckbank. Darauf das vertraute Adventsgesteck, der kleine Schneemann mit dem Teelicht und alle Zeit der Welt zum Erzählen.
