Egal ist ja eigentlich nicht so schön. Ist mir gleich, ob so oder so. Oder gar nicht. Da kommt wenig Freude auf. Manchmal ist es auch echt anstrengend, wenn alles egal ist. Wonach soll man denn dann entscheiden? Und dann geht es entweder nicht weiter oder es bleibt an wem anders hängen, die Entscheidung zu treffen.
Klar, manchmal ist es auch entspannt, wenn nicht jeder was Bestimmtes will. Aber oft geht die Energie raus, wenn´s einfach egal ist und nicht so richtig interessiert. Das ist die eine Seite von egal.
Die andere Seite geht so: Wenn es egal ist, ob und wie etwas wird, dann ist ja auch egal, wenn es schief geht, oder? Was ´ne Freiheit! Ich kann was ausprobieren und einfach machen, ohne mir allzu viele Gedanken zu machen.
Wenn ein Blog mehr oder weniger keinen Unterschied macht, dann kann ich ja genauso gut einen schreiben. Und wenn eh keiner meine Texte liest, kann ich meine Listengedichte und kruden Gedanken auch einfach veröffentlichen.
Vielleicht ist das das eigentliche Glück der Pessimisten. Wenn ich davon ausgehe, dass es eh nicht gut wird, kann ich auch nichts versauen. Wenn´s dann besser wird als erwartet, habe ich guten Grund mich zu freuen. Oder?
Eigentlich bin ich aber viel lieber Optimistin und möchte übers „egal“ hinausgehen. Vielleicht zu einem „wird schon gut werden“ und zu „wenn nicht, werd ich damit schon umgehen“. Dann klingt die Frage „Warum eigentlich nicht?!“ gar nicht mehr nach egal, sondern nach einer guten Entscheidung.
Dieser Text entstand in der 65. Blognacht. Der Impuls „Warum eigentlich nicht?“ eine gute Frage bei so viel Jubiläum. 65 Ausgaben und 5 Jahre Blognacht! Wow. Herzlichen Glückwunsch Anna!

Spannend. Nach egal hat sich die Frage „warum eigentlich nicht?“ gar nicht angefühlt. Ich mag die zwei Seiten von Egal. Die eine nervt die andere hat was von „Schei… egal“ ich mach einfach! Ich neige dazu vieles zu zerdenken und dann wird gar nichts. Da ist einfach machen sehr hilfreich.
Was man so für Assoziationen bei solchen Impulsen hat 🙂 Ist ja auch immer die Frage, wo man die Betonung legt. Und beim „Zerdenken“ und „einfach machen“ könnte man fragen, wann eigentlich das „zer-“ anfängt, denn manchmal fehlt beim „einfach machen“ ja schon das Denken, und die Hindernisse haben auch ihre Berechtigung und ihren Wert.
Spannend, wie vielfältig der Impuls interpretiert und besprochen wurde – für mich ist da überhaupt kein egal drin. Egal ist so ein Begriff, den ich meinen Mentees in Webtexten gern streiche, denn die Assoziation will man doch nicht wecken, oder? Wenn ich egal sage, dann aktiviert mein mentales Lexikon eine Menge sehr unschöner Begriffe, daher nutze ich es gar fast nie und formuliere um… Aber ja, auch dieser Begriff hat natürlich viele verschiedene Seiten. Danke für den Impuls 🙂
Ist halt ´ne gute Frage, dieses „Warum eigentlich nicht?“ 😃