Let it snow

Es gab mal ein Weihnachten – vor langer, langer Zeit – da waren es in der Eifel -22 Grad und es lagen mindestens 20 cm Schnee. Davon wird in unserer Familie immer noch erzählt, und ich meine, es gäbe ein Foto von meinem Bruder als Baby, in eine dicke Decke eingemummelt auf dem Arm meiner Mutter. Mitten im Tiefschnee bei Oma im Garten. Was hab ich mir gewünscht, ich hätte das auch erlebt.

Dann gibt es Fotos, wo wir dick eingepackt in Schneeanzügen im Schnee spielen. Ich habe meinen Schneeanzug sehr geliebt, er war knallrot mit dunkelblauen Verstärkungen an Ellbogen und Knien. Darin hat man nie gefroren, selbst wenn man lieber im Schnee saß und schreiben übte, anstatt Schneemänner zu bauen und Schneeballschlachten auszutragen.

Als wir etwas älter wurden, holte Oma manchmal die alten Skier vom Dachboden. Mit denen waren schon unsere Onkel durch den Schnee gesaust, als sie noch klein waren. Wir durften sie auf der Abfahrt zur Werkstatt erproben. Blöd war allerdings, dass es nur noch ein intaktes Paar gab. Da war der Streit vorprogrammiert und es endete damit, dass wir jeder einen Ski hatten und nicht recht vom Fleck kamen. Wir sind dann doch auf die Schlitten umgestiegen und den großen Hügel am Spielplatz runtergerauscht.

Schnee war ein großes Ding, als wir klein waren. Und nicht nur der draußen. Meine Oma malte ganz tolle Weihnachtskarten, mit Tannen, die von Schnee bedeckt waren, auf denen Eichhörnchen spielten. Der Schnee sah unglaublich echt aus. So sehr ich versucht habe, das nachzumachen, es ist mir nie gelungen. Wir Kinder haben dann auf Watte zurückgegriffen, um unsere Bilder mit „echtem“ Schnee zu versehen.

Eigentlich ist Schnee immer noch ein großes Ding. Vielleicht auch weil er so selten geworden ist. Ich liebe den Geruch, mit dem sich der Schnee ankündigt. Wie sich die Luft anfühlt und erst diese besondere Stille, wenn Schnee liegt. Das Knirschen unter den Sohlen, und die weiten Flächen, wenn der Schnee noch unberührt ist. Aber auch wenn er nicht liegen bleibt: Wenn da Flocken vom Himmel fallen, habe ich immer noch den unwiderstehlichen Drang sofort rauszulaufen, wie damals als Kind. Egal ob an Weihnachten oder an einem normalen Seminartag im November.

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