Lieblingslieder oder Marketingopfer

Heute fragt der Schreibimpuls nach den Lieblingsweihnachtsliedern der Kindheit, der Jugend und von heute und nach jeweiligen Erinnerungen dazu. Damit tue ich mich überraschend schwer und habe vorhin erstmal eine gute Freundin angerufen, um rauszukriegen, ob mich mein Gedächtnis im Stich lässt oder ob wir in Kindheit und Jugend wirklich wenig mit Weihnachten und Weihnachtsliedern am Hut hatten. Wir kamen zu dem Schluss, dass es nicht das Gedächtnis ist.

Zumindest an ein paar Lieblingsweihnachtslieder kann ich mich erinnern, auch wenn die gar nicht mal unproblematisch sind, wie ich in meiner Wikipedia-Recherche feststelle. Als Weihnachtslied der Kindheit würde ich „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ nennen, das ich, wann immer es schneite, im Ohr hatte. Das schneebedeckte Feld, den schlafenden See und träumenden Wald mochte ich irgendwie. 

Bisher wusste ich allerdings nicht, dass das Lied von Nationalsozialisten umgedichtet wurde und tatsächlich diese Version die bekannteste ist. Ursprünglich war es ein Schweizer Sternsingerlied aus dem 19. Jahrhundert. Der christliche Bezug wurde bei der Umdichtung getilgt und durch winterliche Landschaftsromantik ersetzt. So wurde es zu einem „deutschen Winterlied“ gemacht. (Hier geht´s zum Wikipedia-Artikel).

Wenigstens etwas unkritischer ist das Lieblingsweihnachtslied der Jugend, das mir nach längerem Nachdenken einfiel: „Wonderful Dreams (Holidays are coming)“ von Melanie Thornton. Die roten Weihnachtstrucks hatten es mir wirklich angetan und ich hätte sie damals zu gern in echt gesehen.

Mein Lieblingsweihnachtslied heute zu benennen, fällt mir nicht weniger schwer. Ich schwanke irgendwo zwischen „Macht hoch die Tür“, dem Weihnachtsoratorium und „Carol of the Bells“. – Auch hier bin ich Marketingopfer: Die Weihnachtswerbung „Bubbles“ mit den zwei Mädchen in Glaskugeln aus dem letzten Jahr hat mich gekriegt, seitdem ist das Lied fest in der Weihnachtsplaylist.

Oh, und dann gibt es da noch diese eine Version von „God rest ye merry, Gentleman“, aber Obacht: Texter*innen-Humor. Mit besten Grüßen an alle Korrektur-Kolleg*innen da draußen: https://www.youtube.com/watch?v=ePAD4BwavQs

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