Schöne Geschenke

Bei den schönsten Geschenken bin ich schon wieder in der Kindheit und habe ein bestimmtes Weihnachten im Sinn. Da bekamen mein Bruder und ich beide die schönsten Geschenke überhaupt (und sogar ohne Streit, glaube ich). Seins war in meinen Augen jedenfalls unglaublich toll! Und ich die glücklichste Schwester, weil ich auch damit spielen durfte: Ein riesiges Spielzeugparkhaus mit mehreren Etagen, wo wir unsere Spielzeugautos parken und von einer Etage zur anderen über außenliegende Rampen fahren konnten. Zudem war unten neben der Parkhauseinfahrt eine Tankstelle eingebaut, komplett mit Waschanlage. Fand ich das toll! Die Bürsten ließen sich sogar richtig drehen und ich bin absolut überzeugt, dass unsere Autos hinterher wirklich glänzten.

Mein Geschenk war aber auch nicht von schlechten Eltern, denn an meinem hatte die ganze Familie mitgewirkt: Ein selbstgebautes Puppenhaus, das mein Onkel gebaut hat. Meine Ma und Oma haben die Innenausstattung übernommen: Mit zum Teil selbstgeschreinerten Möbeln und eigens genähten Gardinen und ebensolcher Bettwäsche auf den Betten. Die Räume waren tapeziert und oben gab es eine große Dachterrasse mit Büschen und Sträuchern. Dafür hatten die anderen Großeltern die Gartenmöbel beigesteuert. Man brauchte schon mehrere Tage bis alle Details entdeckt und gewürdigt waren.

Das war wirklich ein besonderes Geschenk, das mich lange begleitet hat. Dabei habe ich gar nicht so gern mit Puppen gespielt. Ich hatte aber umso mehr Freude daran, die Zimmer regelmäßig umzuräumen und neu einzurichten.

Ich weiß nicht mehr, wann ich bereit war, mich von dem Haus zu trennen und an wen wir es damals weitervererbt haben. Ich erinnere keinen großen Trennungsschmerz, obwohl ich das Haus sehr geliebt habe. Heute denke ich, wie cool es wäre, es noch in der Familie zu haben und es an Großneffen und -nichten oder Patenkinder weiterzugeben. Vielleicht ist es ja sogar noch irgendwo im Gebrauch und wird fleißig bespielt. Das wäre eine schöne Vorstellung, wenn es irgendwo noch jemandem Freude machen würde.

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