Hinter der Tür der Buchhandlung steht ein riesiger Golden Retriever. „Ach schade, geschlossen“, denke ich noch, während ich durchs Fenster die stöbernden Menschen beobachte. Es braucht einen Moment, bis ich checke, dass das nicht zusammenpasst. Ich öffne also beherzt die Tür, werde begeistert und schwanzwedelnd begrüßt. Nach ausführlicher Bekuschelung darf ich den Laden betreten.
Die Bücher begrüßen mich zwar nicht ganz so überschwänglich wie der Hund, aber genauso herzlich. Da liegen alte Bekannte in der Auslage, Lieblingsbücher grüßen aus dem Regal, genauso wie die, die es noch werden wollen. Einige Klassiker haben sich mit Festgewändern herausgeputzt. Ich schlendere durch die Gänge, streiche hier über einen Buchrücken, bewundere dort den farbigen Schnitt, fahre mit dem Finger sanft über eine kunstvolle Prägung.
Ich lese Klappentexte, liebäugle mit einem Überraschungsbuch, lege ein anderes beiseite, um das ich schon länger herumschleiche. Nach und nach stelle ich meine Feiertagsliteratur zusammen. Stelle mir vor, in welcher Stimmung ich sein werde, nach den Feiertagen, wonach mir ist, wenn ich im Lesesessel sitze, mit der dicken selbstgestrickten Wolldecke, die leider ein bisschen fusselt. Bei Tee und den restlichen Keksen.
Nachdem der Bücherstapel steht, mache ich noch einen Abstecher zu den Schreibwaren. Während ich Notizbücher und Stifte inspiziere, fordert der Retriever eine weitere Streicheleinheit. Benni heißt der Gute, und er haart ganz schön. Ich entscheide, dass ich genug Schreibzeug habe und dass auch keine weitere Deko nötig ist. Stattdessen nehme ich ein neues Tintenfass mit – nicht dass mir beim Jahresrückblick die Tinte ausgeht. Ich bringe meine Schätze zur Kasse und freue mich schon sehr auf die freien Tage.

