Weihnachten schön machen

Der 5. Schreibimpuls fragt nach Menschen, die Weihnachten im letzten Jahr schön gemacht haben und bei denen man sich bedanken will.

Dazu fallen mir als erstes unsere Koordinatorinnen von der Hospizbewegung ein, die jedes Jahr eine so schöne und stimmungsvolle Weihnachtsfeier für uns Ehrenamtliche auf die Beine stellen. Mit so viel Liebe zum Detail – vom Programm über die Essensauswahl bis zur Gestaltung der Location und Weihnachtspräsente. Und das am Ende eines prall gefüllten Jahres, das sie überhaupt schon so engagiert und liebevoll beackert haben. Besonders in diesem Jahr, in dem der Verein das 30-jährige Jubiläum gefeiert hat. Da ist wirklich ein dickes Dankeschön angesagt.

Und dann fallen mir Gespräche mit Freundinnen ein, die wir immer mal wieder führen. Dem Sinn nach geht es darum, dass alle ein schönes Fest haben wollen, aber nicht jede*r so bereit ist, auch die Mühe hineinzustecken, die es dafür bräuchte. Auch ich gehöre ja zu denen, die versuchen, die To-do-Liste vor Weihnachten möglichst kurz und die Dinge einfach zu halten.

Gleichzeitig wird es aber nur richtig schön, wenn sich jemand die Mühe macht, zu schmücken, Plätzchen zu backen, Geschenke auszusuchen und einzupacken, für die Feiertage ein schönes Menü zusammenzustellen und was immer sonst noch zu einem schönen Weihnachtsfest gehört.

Ein Dilemma, das ich für mich zu lösen versuche, indem ich schaue, was geht, und zugleich die Ansprüche zurückfahre. Denn seien wir mal ehrlich: Wer hat denn diese wunderbare Großfamilie, die an den Feiertagen zusammenkommt – am besten in einem verschneiten Häuschen mit Kamin – gemeinsam kocht, den meterhohen Weihnachtsbaum schmückt, sich liebevoll und kreativ genau die richtigen Geschenke schenkt und dann noch gute Gespräche führt?! Vielleicht sollte ich auch einfach nicht so viele Weihnachtsfilme schauen.

Jedenfalls werde ich ganz wehmütig, wenn ich daran zurückdenke, wie viel Mühe sich meine Oma früher immer gemacht hat. Es gab zwar keinen meterhohen Weihnachtsbaum, dafür aber zwei kleinere und ein ganzes Winterdorf, das sich über mehrere Fensterbänke erstreckte. Das ganze Haus war weihnachtlich geschmückt und die Essensfolge von Heiligabend bis zum zweiten Feiertag durchchoreografiert. Wenn ich´s mir recht überlege, war unser Weihachten damals gar nicht so weit weg von meiner Filmkulisse. – Manchmal hat´s sogar geschneit.

2 Antworten auf „Weihnachten schön machen“

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