Weihnachtsmorgen

Im Wohnzimmer herrschte immer noch eine besondere Stimmung, auch im blassen Morgenlicht. Ich war im Schlafanzug die Treppe hinuntergeschlichen, ganz leise und vorsichtig, damit Stufen und Tür nicht knarzten. Niemand sollte aufwachen, dieser Moment funktionierte nur allein.

Hinter der Wohnzimmertür war der Raum ganz still. Ein Hauch von Heiligabend lag noch in der Luft, als ob ein Ton noch nachklang, noch etwas Kerzenschein zwischen den Zweigen hing. Ausgepustete Kerzen und Spekulatius. Tannennadeln, Mandarinenduft.

Auf Zehenspitzen ging ich durchs Zimmer, sah mir Weihnachtsbaum und ausgebrannte Kerzen an. Auch im Hellen hatte all das etwas Geheimnisvolles. Als wäre die Feier noch weitergegangen, nachdem wir längst im Bett waren.

In Ruhe betrachtete ich unsere Geschenke, die wir am Abend zuvor, so schnell es ging, ausgepackt hatten. Jetzt am Morgen hatten sie einen anderen Glanz. Nach all der Aufregung begannen hier und jetzt die Ferien.

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