Wenn ich mal groß bin

„Das mache ich, wenn ich mal groß bin“ – ist das nicht einfach eine andere Formulierung für „wenn ich mal Zeit hab“, „… Geld hab“ oder auch „wenn ich in Rente bin“? Oder halt für „irgendwann mal, nur nicht jetzt“? Also einfach eine Ausrede oder so´ne Art Aufschub, bevor man sich selbst so richtig ernst nehmen muss?

Bis vor einigen Jahren gehörte dieses „Wenn ich mal groß bin“ ganz selbstverständlich zu meinem Sprachgebrauch. Ich habe das relativ häufig gesagt. Bis ich irgendwann in einer Weiterbildung darauf angesprochen wurde, worauf ich denn eigentlich noch warten wollte, ich sei ja nun keine 25 mehr. – Nett manchmal, so Kommilitonen. Aber er hatte ja recht. Zumindest dämmerte mir, dass ich mich mit dem Satz selbst abhielt, mich klein und irgendwie harmlos machte. Als ob ich noch üben müsste, bevor ich so richtig loslegen darf.

Dabei war die 40 gar nicht mehr fern damals und ich kam zu dem Schluss, dass ich wohl nicht mehr viel erwachsener werden würde. Ich gewöhnte mir diesen Gedanken also ab und beschloss, die Dinge, die mir wichtig sind, einfach zu tun.

Und was ich mal werden will (wenn ich groß bin)? – So lautet nämlich der eigentliche Impuls der Blognacht*, in der dieser Text entstanden ist. Da steht im Moment „Schriftstellerin“ auf dem Zettel. Mal schauen, ob daraus was wird. Ich bin jedenfalls dran und werde berichten.

* die Blognacht ist ein ganz wunderbares Angebot von Anna Koschinski – perfekt für Nachteulen: Einmal im Monat öffnet sie die Pforten für gemeinsames Schreiben. Dafür bereitet sie immer einen Impuls vor, zu dem man dann schreiben kann oder auch nicht. Manchmal entstehen ganz andere Texte und manchmal hat man auch einfach gute Gesellschaft, wenn man am Freitagabend noch flugs was fertig machen muss.

Blognacht – produktiv bloggen in guter Gesellschaft

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