Ich freue mich ja schon immer auf Weihnachten, aber noch mehr auf die Tage danach. Auf Zeit für mich, zum Lesen, Schlafen, Schreiben. Zeit fürs Nichtstun und für Quatsch im Fernsehen – und ich meine nicht nur seichte Filme, sondern auch so etwas wie die Dart-WM und natürlich die Vierschanzentournee. Programm, bei dem man wunderbar auf dem Sofa dösen kann. Außerdem ist da die Vorfreude auf den jährlichen Jahresrückblick. Ich muss mich in den Wochen vorher immer zügeln, nicht schon durch die Fotos zu scrollen und den Kalender zu durchforsten.
Ganz gelungen ist das nicht in diesem Jahr. Einen ersten, kurzen Rückblick habe ich in der Woche vor Weihnachten schon mit meiner alten Büromitbewohnerin gemacht. Ich mag diese Rückblicke. Irgendwie verlangsamen sie die Zeit, habe ich den Eindruck. Als ob ich die Zeit kurz anhalten, sie noch einen Moment festhalten könnte. Und würde ich mir nicht vor Augen führen, was alles war, würde ich mindestens die Hälfte vergessen.
Ich mag diese Rückblicke, die mir so geballt zeigen, was alles in dem Jahr passiert ist. Die mir Gelegenheit geben, noch mal zu würdigen, was ich alles erlebt, geschafft und auch durchgestanden habe.
Meine Rückblicke mache ich meistens in mehreren Schritten. Der kurze mit der Kollegin war ein „Year in – Year out“, das ich vor einigen Jahren bei Vera Strauch kennengelernt habe und seitdem fast jedes Jahr unterbringe. Man braucht dafür nur zwei Blätter Papier, eins für das alte Jahr, eins für das neue. Auf beiden zeichnet man einen großen Kreis und darin einen kleineren.
Zuerst nimmt man sich das alte Jahr vor mit drei Fragen:
- Was ist 2025 in der Welt passiert? (notiert außerhalb des großen Kreises)
- Was war in meinem Leben los? (notiert im großen Kreis)
- Wie habe ich mich dabei gefühlt? (notiert im kleinen Kreis)
Wer mag, formuliert für das Jahr einen zusammenfassenden Satz oder überlegt, wie der Titel des Jahres wäre, wenn es ein Buch oder ein Film wäre.
Danach kommt das neue Jahr dran, mit ebenfalls drei Fragen:
- Wie möchte ich mich im kommenden Jahr fühlen? (im kleinen Kreis)
- Was steht an und was kann ich dafür tun? (im großen Kreis)
- Was will ich in die Welt bringen? (außerhalb des großen Kreises)
Auch fürs neue Jahr kann man sich ein Motto geben. Am besten eins, dass sich positiv, energiegeladen und stimmig anfühlt. Meins für 2026 lautet: Die eigene Handschrift.
Auf den Blog bezogen heißt das für mich, weiter schreiben, den Blog entwickeln und dabei meinen eigenen Stil zu schärfen. Dasselbe heißt es auch für meine beruflichen Projekte, sodass meine Handschrift in Trainings, Workshops und Beratungen noch klarer und stärker erkennbar wird.
Vielleicht schärft sich das beim großen Jahresrückblick noch etwas. Für den suche ich mir ein ruhiges Plätzchen, nehme mir einen großen Kaffee mit und blättere durch meinen Kalender, die Fotos und durchs Journal. Ich schaue mir Monat für Monat an, was in dem Jahr so passiert ist. Ich schreibe auf, was in den unterschiedlichen Lebensbereichen los war, wo Schwerpunkte lagen und was sich durchs Jahr zog. Und natürlich welche Wünsche, Ziele und Vorhaben ich fürs neue Jahr habe.
Dazu kommen noch ein paar Reflexionsfragen, die ich über die Jahre gesammelt habe, zum Beispiel aus dem „Anderen Advent„*, dem Klarheit-Kalender* und dem YearCompass wie:
- Suchst Du nach etwas Bestimmten?
- Was fehlt Dir zu Deinem Glück?
- Zu welcher Frage kennst Du längst die Antwort?
- Wie viel Zeit hast Du?
- Worauf kannst Du verzichten?
Und dann gibt es noch dieses Format von „100 Dingen, die das Jahr ausmachten“. Kennengelernt habe ich das über Maren Martschenko, deren 100 Dinge in 2025 mich wieder darauf brachten, dass ich das auch schon immer mal machen wollte. Mal schauen, ob dieses Jahr etwas daraus wird.
*die Links gehen zu den Anbietern, allerdings nicht direkt zu den Quellen der Fragen. Beim Anderen Advent weiß ich beim besten Willen nicht mehr, in welchem der 30 Kalender der tolle Jahresrückblick abgedruckt war, und auch bei der Klarheit schätze ich, dass sich die Fragen über die Jahre verändert haben. Es handelt sich nicht um Affiliate-Links, ich mag die Produkte einfach und empfehle sie gerne weiter. Vor allem den YearCompass. Den kann man kostenfrei runterladen, ausdrucken oder direkt digital ausfüllen.
